mo & bsd
Neue Fotos

 

Ich hab es endlich hingekriegt die Fotos aus der Klinik und auch noch ein paar ältere hochzuladen.Wer das Passwort will kann mir einfach schreiben (:

http://kassetten-maedchen.photo.myblog.de/

 

15.12.09 20:49


Werbung


 

hey (:

Mir ist aufgefallen, dass ich schon länger nichts mehr geschrieben hab, das liegt einfach daran, dass es nichts spannendes zu erzählen gibt.Der Alltag lässt einen nicht los und jeder Tag sieht gleich aus.Ich quäl mich jeden morgen aus dem Bett, lauf zum bus, während es regnet und stürmt und ich immer noch friere.Krieg wiedermal keinen Sitzplatz, weil alle Leute in den vollen Bus stürmen, steh ich dann zwischen den ganzen Menschen und denke mir, dass ich dort nicht hingehöre.Irgendwie schaff ich es durch den Schultag zu kommen, während ich im Unterricht wiedermal nichts sage, stattdessen den Blick auf einen belibiegen Gegenstand oder aus dem Fenster gerichtet vor mich hin träume und mich wegwünsche.Fahre dann nachmittags zurück, in dem nicht mehr ganz so vollen Bus, lese währenddessen um mir die endlose Fahrt zu versüßen.Dann laufe ich wieder zu Hause, so schnell es geht, dann heißt es Essen, Fernseher, Hausaufgaben, Pc, Buch, ins Bett und einschlafen.Und das immer und immer wieder.Dann kommt zum Glück das Wochenende, da krieg ich die Motivation für die Woche her, nur die Aufteilung ist so blöd .

Wie ihr vielleicht merkt läufts nicht wircklich berrauschend, auch nicht unheimlich schlecht, aber es ist immer das selbe.Außerdem häufen sich irgendwie alle Probleme.Erstmal die Schule, sie überfordert mich einfach und komme im Unterricht nicht hinterher.Zum Glück sind bald Ferien, ich brauch wircklich dringend eine Pause.Das hört sich sich so an, als wäre ich einfach zu faul um irgendwas zu leisten, aber es ist nicht so, dass ich lieber zu Hause bin und nichts tue.Ich weiß ja, keinem gefällt es unbedingt zur Schule zu gehen, aber ich hab das Gefühl das macht mich kaputt.In der Hinsicht, dass mein Leben fast nur daraus besteht und ich die ganze Zeit nur etwas mache was ich hasse.Ich weiß, das klingt schrecklich verwöhnt, mein Gott der Alltag besteht halt aus Schule und Arbeit.Ich schäm mich dafür, dass ich nie zufrieden sein kann, meine Erwartungen vom Leben sind einfach viel zu hoch und nicht realistisch.Ich verlange unmögliches, das weiß ich und trotzdem enttäuscht mich das Leben immer wieder.Es ist einfach so, dass ich mehr will als das, nur was das genau sein soll, weiß ich selbst nicht.Wahrscheinlich geht es den meisten Menschen ähnlich und es gehört einfach dazu, wer ist denn schon andauernd glücklich?-Nur mir fehlt einfach der Ausgleich, der mich das durchstehen lässt.Früher gings mir eigentlich genauso, nur da hat es mich nicht so sehr gestört, weil für mich sowieso nur die Krankheit gezählt hat.Das war mein Halt damals und jetzt spür ich wieder wie sehr mir das fehlt.Da hab ich mir meine eigene kleine Welt gebastelt und darauf beruht, dass es später besser wird.Aber der Alltagstrott ist immernoch der selbe und obwohl ich jetzt esse und ein gesundes Gewicht habe, spür ich in der Hinsicht keine große Veränderung.

Ich bin im moment übrigens nicht mehr in Therapie.Ja ich weiß, das sind vielleicht nicht die besten Vorraussetzungen, aber es hatte keinen Sinn mehr weiter dorthin zu gehen, weil es mir einfach nicht geholfen hat.Eher im Gegenteil, ich hatte jedesmal schlecht Laune und war die ganze Zeit gereizt, weil ich zu diesem blöden Termin musste.Ich war vor kurzem in der Praxis und da kamen die ganzen Erinnerungen von früher hoch.Als ich nur zum wiegen dort war und die Ärztin mir immer gedroht hat mich einzuweisen und das, obwohl ich schon auf der Warteliste für die Klinik stand.Sie hat so unheimlich übertrieben und nicht verstanden wieso ich nicht einfach essen und zunehmen konnte.Ich hatte, glaub ich, noch nie einen solchen Hass auf einen anderen Menschen.Außerdem hab ich nach den 11Wochen in der Klinik erstmal genug von den ganzen Therapien.Das schlaucht unheimlich und ich will jetzt lieber etwas Abstand von dem Thema.Wie soll ich es sonst schaffen, dass sich meine Gedanken nicht mehr so oft ums Essen drehen.Denn das ist definitiv noch nicht weg und es wird auch sicher noch etwas dauern.Aber eins kann ich zum jetzigen Zeitpunkt versprechen, nämlich dass ich nicht wieder anfangen werde zu hungern.Ich will das auf der einen Seite so sehr, aber mir ist auch klar, dass ich nicht so schnell nachgeben werde.Ich muss mir immer wieder sagen, dass dieser Wunsch nicht zu mir, sondern zu der Krankheit gehört.Eigentlich will ich nicht wieder zurück und mein neues Leben aufgeben.Es hat unheimlich viele schöne neue Seiten und auch wenn sich das gerad nicht so anhört, ich bin glücklicher als vor der Klinik.Um einiges!

küsschen

10.12.09 21:29


Hallöchen, auch mal wieder ein Eintrag von mir

Ich würde sagen mir gehts ganz gut, doch.Natürlich läuft es noch nicht perfekt, aber schon um einiges besser als vorher.Ich muss zugeben, dass ich meine Essstörung dort nicht losgeworden bin, sondern erstmal wircklich angefangen habe aktiv etwas gegen sie zu tun.Es wäre schön gewesen wenn ich jetzt "gesund" und frei von dem allem wäre, aber es liegt noch ein langer Kampf vor mir.Doch ich bereue es aufkeinenfall in die Klinik gegangen zu sein, allein schon wegen der vielen tollen Menchen die ich dort kennenlernen durfte.Bin jetzt auch schon einen Monat zu Hause und hab die Essensmenge gehalten und weiter zugenommen.Also objektiv gesehen bin ich auf dem richtigen Weg.Das Problem ist nur, meine Gedanken drehen sich leider immernoch viel zu häufig ums Essen und ich kann da nicht wircklich viel gegen machen.Es geht halt darum dem jetzt nicht nachzugeben, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg durchzuziehen.Mir wurde gesagt es dauert ungefähr so lange gesund zu werden wie man auch krank war.Nicht wircklich erfreulich zu wissen die nächsten paar Jahre noch dagegen ankämpfen zu müssen.Trotzdem bin ich froh diese ersten und schwersten Schritte schon gemacht zu haben.Da ich weiß wie viel Kraft mich das gekostet hat, will ich mir nicht alles wieder kaputt machen und diese mühevolle Prozedur nochmal über mich ergehen lassen..


Nur, in manchen Momenten fehlt es mir die Essstörung richtig ausleben zu dürfen.So sehr, dass es innerlich richtig zerreißt vor Sehnsucht.Ich vermisse diese kleine Welt durch die ich das Gefühl hatte alles andere überstehen zu können.Ohne diesen Halt fühl ich mich unglaublich hilflos und ausgeliefert.Es kommt mir vor als würde ich in der normalen Welt nicht überleben, als würde ich hier einfach keinen Anschluss finden nach all der Zeit, als hätte ich nichts mehr, als wäre ich nichts mehr.Ich weiß das klingt alles etwas dramatisiert, aber ich habe jetzt nichts was mich so sehr erfüllt und befriedigt wie diese verdammte Essstörung.Und in manchen Momenten sehnt es mich so sehr danach, dass es schon fast wehtut.Ich wünschte es wäre nicht so und ich müsste niemanden enttäuschen, aber hier ist noch der einzige Ort an dem ich das überhaupt äußern kann.Ich weiß ich höre mich ziemlich hoffnungslos an, aber ich weiß auch, dass ich dem allem nicht nachgeben werde.Das geht einfach nicht, es steht nicht zur Option.Unmöglich.Ich weiß wie es enden würde und dann wäre ich an dem gleichen Punk wie jetzt.Nur dass ich wieder zig Menschen verletzen und enttäuschen würde.Wenn ich jetzt aufhören würde zu essen, würde ich meiner Mutter damit das Herz brechen und zwar zum Zweiten mal.Ich glaube nicht, dass sie das schaffen würde.Außerdem geh ich jetzt auf die neue Schule und es war bzw. ist immernoch sehr anstrengend und hat mich unheimlich viel Überwindung gekostet.Ich weiß nicht ob ihr das auch kennt, aber für mich gibt es nichts schlimmeres als in eine Gruppe die sich kennt, als Neuling hinzuzukommen.Und auch zu erklären wieso ich später kam, den Stoff nachzuholen, Anschluss zu finden, das alles fällt mir so schwer.Es ist nicht einfach im Alltag weiterzuämpfen und nicht wieder den "Ausweg" zurück in die Essstörung zu suchen.Wenn ich mir Fotos angucke, dann will ich so sehr wieder dieses Gefühl haben können, das ich damals hatte.Dünn zu sein, krank zu sein, anders zu sein, besonders zu sein.Natürlich weiß ich, dass ich für andere Menschen jetzt besser aussehe, darum geht es auch gar nicht.Ich bin einfach neidisch auf diesen Moment in dem ich das noch ausleben "durfte", weil ich weiß dass es jetzt nicht mehr möglich ist.Hab 11kg zugenommen,wieg jetzt 52kg und hab somit Normalgewicht, mein Höhstgewicht.Ich hab immer gehofft wenn es soweit sein würde, dann würde ich mich damit akzeptieren, vielleicht sogar wohlfühlen können.Aber erlich gesagt empfinde ich mich einfach nur als fett und massig.Zumindest die meiste Zeit über und es ist grausam.Tut mir leid wenn das blöd klingt, natürlich ist dieses Gewicht nicht fett und ich finde es bei anderen auch schön und normal.Aber an mir selber ist es so ungewohnt, so sah ich noch nie aus und es fühlt sich an als wäre ich in einem anderen Körper irgendwie.

Außerdem hab ich manchmal solche Tiefs da bin ich wircklich nur am Weinen und nichts kann ich mich aufbauen.Wenn mir mein Leben so anstrengend vorkommt und ich mir nichts sehnlicher wünsche als all die Verantwortung von mir abzuschütteln.Kennt ihr das, wenn ihr euch so hilflos fühlt und dagegen einfach nicht ankommt?Ich hatte sowas auch schon vor der Klinik, aber da war es eher ein Dauerzustand.Jetzt überwältigen mich diese Launen seltener und ohne besonderen Grund, dann aber intensiver.Zum Beispiel gestern vor der Schule, da ging es mir einfach mies.Ich bin aufgewacht und wäre am liebsten den ganze Tag im Bett geblieben.Klar das will jeder gerne, aber diese Gefühl ist so extrem stark und als ich mich dann doch aufgerafft hab und aufgestanden bin, musste ich die ganze Zeit weinen.Diese Depressionen kommen so unberechenbar und das macht mir echt Angst.Werd das vielleicht bald in der Therapie ansprechen, aber diese Frau bringt mich nicht wircklich weiter..

In der Klinik war ich immer von so vielen Leuten umgeben mit denen ich sprechen konnte und das fehlt mir jetzt unheimlich.Bin hier zwar nicht allein, aber die Menschen zu Hause können mich in der Hinsicht nicht verstehen und meine Probleme nicht nachvollziehen.Die Gruppe bzw. einige ganz besondere Menschen waren in den 11 Wochen wie eine Familie für mich, haben mir eigentlich am meisten geholfen und mich in schwierigen Momenten aufgebaut.Ich vermisse sie und die Klinik so sehr.Ich glaube die Zeit dort war eine der schwierigsten, aber auch eine der schönsten in meinem Leben.So sehr ich selbst und frei wie dort, bin ich noch nie zuvor gewesen.Dort hinzugehen war wircklich eine der besten Entscheidungen die ich treffen konnte und ich bin froh sie gemacht zu haben.Die Menschen, also Betreuer,Ärzte,Therapeuten,Schwestern und das restliche Personal sind so freundlich und hilfsbereit wie ich es zuvor noch nirgendwo erlebt hab.Man ist dort wie in Watte eingepackt und von der grausamen Realität abgeschottet.Vorallem in der Jugendabteilung bestand immer die Möglichtkeit mit Betreuern zu reden und sich auszuheulen.Ich kann nur jedem die Therapie dort empfehlen, falls Interesse besteht schreibt mich einfach an, dann sag ich euch die Adresse.Wenn man aus der Krankheit raus will besteht dort die beste Möglichkeit zu kämpfen.Am wichtigsten ist aber, dass man wircklich etwas verändern möchte und Eigentverantwortung übernimmt, denn man wird zu nichts gezwungen.Aber wenn man sich darauf einlässt kann man wircklich viel erreichen.Es gibt verschiedene Therapieformen, Ernährungs, Körper, Gruppen und Einzeltherapie.Es gab, außer am Wochenende, morgens und nachmittags Therapie, wobei ich sagen muss, dass es manchmal schon sehr viel war.Natürlich gab es auch Dinge die mich genervt haben wie zB. die Mittagsruhe, die festen Essenszeiten oder der begrenzte Ausgang, aber im Endeffeckt ist das alles nur zum Besten der Patienten.Wie gesagt, ein Klinikaufenthalt macht niemanden gesund, aber es ermöglicht einem die Ersten Schritte zu gehen.Deswegen, zieht das in Erwägung.Trotz all der angeblichen Argumente die dagegen sprechen, das alles zählt nichts wenn ihr euer Leben dafür aufgebt.

Ich geh jetzt schlafen.Werde versuchen mich öfter zu melden, weil ich merke dass es mir hilft das alles aufzuschreiben.Danke für alles (:

küsschen

28.10.09 22:59


Ich bin wieder da :D

Genaugenommen seit letzter Woche, hatte einfach total viel um die Ohren, tut mir leid.Wollte mich nur schnell bei euch melden und sagen, dass es mir gut geht.Bin auch jetzt gerade wieder im Stress, deswegen kommt kein langer Eintrag, den schreib ich aber noch die nächsten Tage.Also schönes Wochenende euch allen

 

3.10.09 16:53


Lebenszeichen


Ich bin übers Wochenende nach Hause gekommen und kann mich endlich mal wieder melden.Dort gibt es zwar auch Internet, aber das ist ziemlich teuer also entschuldigt.Ich will jetzt auch gar nicht zu detalliert erzählen, weil ich um 9Uhr wieder in der Klinik sein muss und die restlichen Stunden lieber mit meiner Familie verbringen möchte als am Pc.Hier eine kurze Zusammenfassung: Mir geht es sehr viel besser als vor einem Monat, echt unglaublich was sich in der kurzen Zeit verändert hat.Natürlich bin ich noch lange nicht am Ziel, aber es geht langsam vorwärts.Endlich kann ich wieder ein bisschen mehr von dem spüren was ich so vermisst habe.Es ist so, also würde ich das Leben neu entdecken und ich will mehr davon.Die Motivation ist groß und ich denke wircklich, dass ich es mit dieser Hilfe schaffen kann.Speziell zum Essen: Ich hab zu Beginn direkt die vollen Portionen gegessen und auch täglich zugenommen, was ich sogar ganz gut verkraftet hab weil ich mich vorher schon drauf eingestellt hab.Dann gings aber doch irgendwie alles zu schnell und seit einer Woche hab ich nun einen kleinen Hänger.Auch wenn es noch nicht perfekt läuft bin ich zuversichtlich, denn das braucht seine Zeit und die beträgt nunmal mehr als 4 Wochen.Mal gucken was morgen beim Wiegen raus kommt, hab da echt kein Gespür mehr für.Die letzten 2Tage hier zu Hause sind in der Hinsicht ziemlich schlecht gelaufen.Ich hab es geschafft mit meiner Familie zu essen und es sogar genossen, das ist für mich ein riesen Fortschritt.Dafür hatte ich Probleme die Mahlzeiten richtig einzuteilen und nicht nur ununterbrochen Kleinigkeiten zu essen.Gestern abend wurde es dann so viel Süßes, dass ich auch noch erbrochen hab.Gar nicht gut, aber ich will dem jetzt nicht so viel Gewicht geben.Lässt sich nicht rückgängig machen, aber wiederholen sollte es sich aufkeinenfall.
Die Klinik ist wircklich toll, auch wenn ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe, würde ich sagen eine besser hätte ich nicht finden können.Da jeder das gleiche Problem hat, hab ich zum Ersten mal das Gefühl mich im Bezug auf die Essstörung nicht verstellen zu müssen, sondern offen darüber sprechen zu können.Ich hab viele nette Leute kennengelernt, mit welchen sicher einige Freundschaften auch länger bestehen bleiben.Die einzige Schwierigkeit ist, dass im moment viele Magersüchtige dort sind und dadurch ein gewisser Konkurrenzkampf entsteht.Hinzu kommen die vielen Neuen, von denen viele noch tief in der Krankheit stecken und deren Verhalten einen ziemlich runterziehen kann..Ich versuche mich davon abzugrenzen, aber es ist definitiv leichter gesagt als getan.Trotzdem, alles in allem war diese Klinik die beste Entscheidung die ich treffen konnte.

Tut mir leid, dass ich eure Blogs nicht lesen und euch nicht schreiben kann, aber ich denke an euch und hoffe es geht allen gut (: ich wünsche euch ganz viel Kraft, kämpft!

<3

2.8.09 17:48


 

Ich kanns gar nicht glauben, aber heute kam ein Anruf von der Klinik, dass ich schon Übermorgen kommen kann wenn ich will.Das heißt also Donnerstag gehts los.Die Nachricht kam so plötzlich, weiß gar nicht genau was ich davon halten soll.Zurzeit überwiegt die Freude noch, aber eine gewisse Panik macht sich auch schon breit..Zum Glück war ich gestern schon mit meiner Mutter in der Stadt und hab Sachen für die Klinik besorgt.Meine Klamotten sind jetzt alle in der Wäsche, hoffe mal, dass die noch rechtzeitig trocken werden und ich nicht Donnerstag morgens noch packen muss.Oh man, es wird echt ernst.Morgen muss ich auch noch um 8uhr aufstehen und zur Kontrolluntersuchung beim Arzt, weil die Rv das vorraussetzt.Hab keine Lust, aber muss sein, will jetzt auch nicht meckern.Bin einfach froh, dass es endlich losgeht.Auf ein neues Leben

7.7.09 22:56


Noch genau 20 Tage bis zur Aufnahme.Einerseits sind es nur noch 3 Wochen und was sind 3 Wochen im Vergleich zu 3 Jahren, da hält man die Zeit auch noch durch.Auf der anderen Seite ist jeder Tag unerträglich und ich hab das Gefühl vollkommen den Halt zu verlieren.Auch wenns komisch klingt, während der Schulzeit war es leichter den Alltag zu überstehen, da gab es wenigstens eine gewisse Struktur.Außerdem fahren meine besten Freundinnen Samstag bzw. Sonntag in Urlaub und ich bin hier dann 2 Wochen alleine, ohne jegliche Ablenkung oder Beschäftigung.Das heißt ich werde mich vollkommen zu Hause vergraben und mich nochmal richtig in meiner Es verkriechen..Hinzu kommt, dass mich totale Schulgefühle wegen meiner Familie plagen.Eigentlich sollten wir alle am 10.7 mit dem Auto für etwa 4 Wochen zu meinen Großéltern nach Polen fahren.Das geht jetzt aber nicht, weil ich ja am 21.7 in die Klinik komme und auch irgendwie hingefahren werden muss.Die ganzen Pläne für die Ferien mussten also wegen mir umgeändert werden.Jetzt sieht es so aus, dass meine Geschwister schon früher hin fliegen und meine Eltern dann direkt nachdem sie mich zur Klinik fahren hinterherkommen.Und auf dem Rückweg werden sie mich besuchen also 2 Wochen nachdem ich dort bin.Ich vermisse sie jetzt schon.Die längste Zeit ohne meine Eltern und Freunde war eine Woche und da war es ja auch noch was anderes weil wir uns danach nicht direkt wieder trennen mussten.

Trotz all meiner Zweifel weiß ich, dass es die richtige Entscheidung ist.Ich sehne mich so sehr nach einem normalen Leben ohne die Essstörung und dafür lohnt es sich zu kämpfen.Es macht einen so kaputt, das spür ich in letzter Zeit immer mehr.Mir macht nichts mehr Spaß, nichts macht mich richtig glücklich.Ich verkriech mich nur noch zu Hause und wenn ich mich mit Freunden treffe muss ich mich zwingen.Darauf hab ich einfach keine Lust mehr.Außerdem merke ich wie es mir auch physisch immer schlechter geht.Ich seh manchmal leuchtende "Pünktchen" (oder auch Sternchen?) und an meinen Augen sind so ganz kleine rote Flecken, von denen ich behaupten würde, dass es winzige Blutergüsse sind.Sieht man  immer nach dem Brechen besonders stark, was zurzeit leider etwa 3 mal täglich vorkommt.Auch die starken Schmerzen und der Druck im Kopf hinterher.Mein Körper spinnt auch was die Zu- und Abnahme angeht.Gestern hab ich nichts gegessen und 100g drauf gehabt, irgendwie unlogisch.Nicht dass ich unbedingt abnehmen will, aber die Angst für eine Magersüchtige die in eine Klinik geht "zu dick" zu sein ist schon da.Natürlich weiß ich vom Verstand her, dass es Blödsinn ist und dass das Gewicht nichts über eine Essstörung aussagt, aber die kranke Seite in mir will das nicht so ganz wahrhaben.

Übrigens weiß meine beste Freundin jetzt auch von der Klinik.Meine Mutter hat es ihrer Mutter gesagt und diese dann meiner Freundin.Also es lief nicht perfekt, aber das ist im Endeffeckt auch egal, zumindest ist es raus.Ich freu mich, dass es jetzt kein so großes Geheimniss mehr ist.Es wissen jetzt ziemlich viele Personen davon und das ist echt ein seltsames Gefühl, da ich damit über 3 Jahre allein gelebt hab.

Ich wünsch euch schöne Ferien und einen erholsamen Urlaub falls ihr verreist <3

 

1.7.09 15:59


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]
Gratis bloggen bei
myblog.de